Wie arbeiten Fachinformatiker in IT-Infrastrukturen?

Wie arbeiten Fachinformatiker in IT-Infrastrukturen?

Inhaltsangabe

Fachinformatiker in Deutschland arbeiten meist in zwei klaren Ausbildungsrichtungen: Fachinformatiker Systemintegration und Fachinformatiker Anwendungsentwicklung. Die Systemintegration vermittelt Netzwerke, Serverbetrieb und Hardware-Management, während die Anwendungsentwicklung auf Programmierung, Schnittstellen und Automatisierung fokussiert.

Bei mittelständischen Unternehmen und Konzernen findet man Fachinformatiker Systemintegration häufig in Rechenzentren, bei der Administration von VMware-Hosts, Cisco-Switches oder Synology-Speichern. Fachinformatiker Anwendungsentwicklung entwickeln und betreuen Anwendungen, Container-Lösungen wie Docker und Orchestrierung mit Kubernetes sowie Integrationen zu Microsoft Windows Server oder Linux-Distributionen.

Dieser Artikel ist ein praktischer Produkt-Review und Leitfaden. Er zeigt, wie Fachinformatiker im Alltag arbeiten, welche IT-Infrastruktur Aufgaben typisch sind und welche Rolle IT-Service Management bei Stabilität und Sicherheit spielt. Aspekte wie DSGVO und branchenspezifische Compliance bleiben dabei stets im Blick.

Die Zielgruppe sind IT-Leiter, Systemadministratoren, Entscheider in KMU, Ausbildungsinteressierte und externe Dienstleister. Im weiteren Verlauf folgt ein Überblick zu Rollen und Prozessen, eine Einordnung konkreter Technologien und Produkte sowie praxisnahe Fallbeispiele und Empfehlungen für Beschaffung und Schulung.

Wie arbeiten Fachinformatiker in IT-Infrastrukturen?

Fachinformatiker sorgen dafür, dass IT-Systeme stabil laufen und Geschäftsprozesse unterstützt werden. Ihre Aufgaben verteilen sich auf klare Rollen und Verantwortlichkeiten IT, die in kleinen und großen Unternehmen unterschiedlich organisiert sind. Ein guter Überblick hilft beim Verständnis von täglichen Abläufen, eingesetzten Tools und typischen Prozessen.

Rollen und Verantwortlichkeiten in Unternehmen

Die Rollen Fachinformatiker gliedern sich meist in zwei Profile: Systemintegration und Anwendungsentwicklung. Fachinformatiker für Systemintegration betreuen Netzwerk- und Serverlandschaften, führen Hardwareinstallation und Storage-Management aus und erfüllen typische Systemintegration Aufgaben.

Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung übernehmen Programmierung, Schnittstellenpflege und Automatisierung. Typische Anwendungsentwicklung Aufgaben umfassen Testing, Code-Reviews und Aufbau von Deployment-Prozessen.

Beide Profile arbeiten als Schnittstelle zu Fachabteilungen, IT-Leitung, Sicherheitsbeauftragten und externen Providern. Die Zusammenarbeit folgt oft ITIL Prozesse zur Strukturierung von Service und Support.

Typische Arbeitsabläufe und Prozesse

Der Alltag umfasst Schichtbetrieb, On-Call-Dienste und geplante Wartungsfenster. Prioritäten werden über Ticket-Systeme gesteuert, die Incident-Management und Change-Management abbilden.

  • Incident-Management: Ticket-Erfassung, Priorisierung, Eskalation und Post-Mortem mit RTO/RPO-Zielen.
  • Change-Management: Genehmigungen, Tests, Rollback-Pläne und Dokumentation durch Change-Boards.
  • Deployment-Prozesse: CI/CD-Pipelines, Release-Planung und Automatisierung.

Wartung und Backups sind fest geplant. Prüfungen der Wiederherstellbarkeit und gesetzliche Aufbewahrungsfristen sind Bestandteil täglicher Aufgaben.

Einsatz von Tools und Technologien

Für Netzwerkbetrieb und Analyse nutzen sie Netzwerktools von Cisco, Juniper und Ubiquiti, plus Firewalls wie Fortinet oder pfSense. Virtualisierung läuft oft mit VMware vSphere, Microsoft Hyper-V oder KVM.

Cloud-Services kommen von AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud zum Einsatz, häufig in hybriden Szenarien. Für Konfigurationsmanagement nutzen Teams Ansible, Puppet oder Terraform zur Automatisierung und zur konsistenten Infrastrukturprovisionierung.

Monitoring und Observability werden über Nagios, Zabbix, Prometheus und Grafana realisiert. Zentrales Logging erfolgt mit dem ELK-Stack oder Graylog. Backups laufen mit Veeam oder rclone, abhängig von Anforderungen.

Für CI/CD verwenden Teams Jenkins, GitLab CI oder GitHub Actions. Skripte in PowerShell, Bash und Python automatisieren wiederkehrende Aufgaben. Sicherheitsteams arbeiten mit IDS/IPS, CrowdStrike und regelmäßigen Scans.

Wer tiefer in die Rolle des Netzwerkmanagers einsteigen möchte, findet einen praktischen Überblick unter Netzwerkmanager: Aufgaben und Prozesse, der viele der beschriebenen Punkte ergänzt.

Technologien und Produkte, die Fachinformatiker in IT-Infrastrukturen nutzen

Fachinformatiker wählen Hardware und Software nach konkreten Betriebsanforderungen. Die Entscheidung für Server-Hardware oder Cloud-Instanzen beeinflusst Kosten, Kontrolle und Compliance. Storage-Lösungen sowie Redundanzkonzepte spielen eine zentrale Rolle bei Verfügbarkeit und Performance.

Hardware-Komponenten und Auswahlkriterien

Bei On-Premise-Servern greift das Team oft zu Modellen von Dell EMC PowerEdge oder HPE ProLiant. Cloud-Alternativen wie AWS EC2 und Azure VMs bieten Skalierbarkeit. Abwägungen drehen sich um Latenz, Betriebskosten und Compliance-Tools.

Netzwerkhardware wird nach Durchsatz, Layer-3-Funktionen und PoE-Anforderungen ausgewählt. Marken wie Cisco Catalyst, Juniper EX und Ubiquiti UniFi tauchen häufig in Beschaffungslisten auf. Eine durchdachte Router Switch Auswahl reduziert Flaschenhälse.

Für Storage-Lösungen nutzen Fachinformatiker NAS/SAN-Systeme von Synology, QNAP oder NetApp. Kombinationen aus SSDs für Performance und HDDs für Kapazität sind üblich. RAID-Designs, Replikation und Snapshot-Strategien gehören zu modernen Redundanzkonzepten.

Infrastrukturkomponenten wie USV-Systeme von APC by Schneider Electric, Klimatisierung und physische Sicherheit runden die Hardware-Auswahl ab.

Software, Betriebssysteme und Management-Tools

Betriebssysteme werden nach Stabilität und Support ausgewählt. In vielen Umgebungen laufen Linux Server-Distributionen wie Ubuntu Server, CentOS/AlmaLinux oder Red Hat Enterprise Linux neben Windows Server 2019/2022.

Für Virtualisierung kommen VMware vSphere, Hyper-V und KVM zum Einsatz. Container-Orchestrierung mit Docker und Kubernetes, etwa OpenShift oder Rancher, unterstützt Microservices-Architekturen.

Backup-Software wie Veeam, Commvault oder Acronis wird nach Wiederherstellungszeit, Granularität und Verschlüsselungsfunktionen bewertet. Management-Tools umfassen RMM-Lösungen wie ConnectWise, Monitoring von SolarWinds und ITSM-Plattformen wie ServiceNow.

Automatisierung und Konfigurationsmanagement erfolgen oft mit Ansible oder Puppet. Für Infrastruktur als Code nutzen Teams Terraform. Zentrale Management-Tools reduzieren Fehler und beschleunigen Rollouts.

Sicherheitslösungen und Compliance-Produkte

Perimeterschutz basiert auf Firewalls und UTM-Lösungen von Fortinet, Palo Alto Networks oder Sophos. IDS IPS-Systeme ergänzen die Abwehr durch tiefergehende Paketinspektion. Multi-Layer-Strategien steigern die Resilienz.

Endpoint-Schutz und EDR-Produkte wie Microsoft Defender for Endpoint, CrowdStrike Falcon oder Sophos Intercept X sichern Endgeräte. Zentrales Management erlaubt Threat Hunting und schnelle Isolierung.

Identity- und Access-Management (IAM) nutzt Active Directory, Azure AD, LDAP oder Identity-Provider wie Okta und Keycloak. MFA und Least-Privilege-Prinzip senken Risiken. Verschlüsselung mit TLS, VPNs und Festplattenverschlüsselung (BitLocker, LUKS) schützt Daten im Transit und Ruhe.

Compliance-Tools unterstützen DSGVO und BSI-Grundschutz. Auditing, Protokollierung und Verschlüsselung sind Bestandteile eines belastbaren Sicherheitsdesigns.

Praxisbeispiele, Bewertung und Empfehlungen für Unternehmen

In kurzen Praxisbeispielen zeigt sich, wie Fachinformatiker Migration On-Premise zu Cloud und Hochverfügbarkeit kombinieren. Bei einer stufenweisen Migration beginnt das Team mit einem Assessment der Workloads und einer TCO-Analyse. Für kritische Anwendungen werden Pilotprojekte mit Tools wie AWS Migration Hub oder Azure Migrate verwendet, um Lift-and-Shift gegenüber Refactoring zu vergleichen.

Für Hochverfügbarkeit empfiehlt das Team Load Balancing mit HAProxy oder F5 und Clustering-Lösungen wie Microsoft Failover Cluster oder Pacemaker. Georedundante Rechenzentren und Replikation reduzieren Ausfallzeiten. Incident Response folgt einem klaren Ablauf: Erkennung, Isolation, forensische Analyse mit Tools wie OSQuery und Volatility, Wiederherstellung und Lessons Learned.

Bei der Beschaffung IT stehen Skalierbarkeit Kosten Zuverlässigkeit, Security-Funktionen und Interoperabilität im Vordergrund. Ein Proof of Concept für Storage, Orchestratoren oder Sicherheitslösungen liefert Messgrößen wie Durchsatz, Latenz und Wiederherstellungszeit. Die Checkliste umfasst SLA-Vergleich, Referenzen, Integrationsaufwand sowie Migrationspfade und Exit-Strategien.

Langfristiger Erfolg hängt von IT-Schulung Knowledge Transfer und robusten Support Modelle ab. Herstellerzertifizierungen von VMware, Microsoft und Cisco sowie interne Workshops stärken das Team. Die Implementierungsstrategie favorisiert iterative Rollouts statt Big-Bang, mit klaren Meilensteinen, Testautomatisierung, Rollback-Strategien sowie Monitoring und kontinuierlicher Optimierung für Disaster Recovery und bessere MTTR.

FAQ

Wer sind Fachinformatiker und welche Schwerpunkte gibt es?

Fachinformatiker arbeiten in zwei anerkannten Schwerpunkten: Fachinformatiker für Systemintegration und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Systemintegratoren planen und betreiben Netzwerke, Server, Storage und Hardware und übernehmen Benutzer-Support sowie Integrationsaufgaben. Anwendungsentwickler konzipieren, entwickeln und testen Software, erstellen Schnittstellen und automatisieren Deployments. Beide Rollen sind in Mittelstand und Konzernen vertreten und agieren oft als Bindeglied zwischen Fachabteilungen und IT‑Leitung.

Welche typischen Aufgaben hat ein Fachinformatiker im Alltag?

Der Alltag umfasst Planung von Netzwerktopologien, Bereitstellung und Patchen von Servern, Implementierung von Backup‑Strategien, Verwaltung von Zugriffsrechten sowie Fehleranalysen. Zu den weiteren Aufgaben gehören Incident‑Management über Ticket‑Systeme wie Jira Service Management oder ServiceNow, Change‑Management mit Testumgebungen und Rollback‑Plänen sowie Automatisierung mittels CI/CD‑Pipelines und Infrastructure as Code.

Mit welchen Tools und Technologien arbeiten Fachinformatiker regelmäßig?

Häufig eingesetzte Tools sind Virtualisierungsplattformen wie VMware vSphere oder Microsoft Hyper‑V, Container‑Technologien wie Docker und Kubernetes, Konfigurationswerkzeuge wie Ansible und Terraform sowie Monitoring‑ und Logging‑Stacks wie Prometheus/Grafana und ELK. Netzwerkhardware von Cisco, Juniper oder Ubiquiti, Storage‑Lösungen von Synology oder NetApp und Backup‑Software wie Veeam sind ebenfalls weit verbreitet.

Wie läuft Incident‑Management in der Praxis ab?

Bei Störungen wird ein Ticket angelegt, das nach Priorität bewertet und gegebenenfalls eskaliert wird. Nach der Fehlerbehebung folgt eine Post‑Mortem‑Analyse zur Ursachenfeststellung und Ableitung von Maßnahmen. SLAs, RTO‑ und RPO‑Ziele steuern Priorisierung und Wiederherstellungsstrategien. Alerts, Runbooks und automatisierte Playbooks unterstützen schnelle Reaktionen.

Welche Rolle spielt Automatisierung und CI/CD?

Automatisierung reduziert Fehler und erhöht Reproduzierbarkeit. CI/CD‑Pipelines mit Jenkins, GitLab CI oder GitHub Actions ermöglichen schnelle, getestete Deployments. Infrastructure as Code mit Terraform und Konfigurationsmanagement mit Ansible oder Puppet stellen konsistente Umgebungen bereit und vereinfachen Rollbacks.

Welche Backup‑ und Wiederherstellungsstrategien sind empfehlenswert?

Regelmäßige, geprüfte Backups mit Produkten wie Veeam oder Bacula, kombinierte lokale und Cloud‑Replikation, Snapshots und differenzierte Aufbewahrungsrichtlinien sind Best Practices. Wiederherstellbarkeit muss regelmäßig getestet werden. Aufbewahrungsfristen sollten DSGVO‑ und branchenspezifischen Vorgaben entsprechen.

Wie integrieren Fachinformatiker Sicherheits‑ und Compliance‑Anforderungen?

Sicherheit ist durchgängig: Firewalls und UTM‑Appliances (z. B. Fortinet, Sophos), IDS/IPS wie Suricata, EDR‑Lösungen wie CrowdStrike sowie regelmäßige Schwachstellenscans mit Nessus sorgen für Schutz. Identitätsmanagement mit Active Directory, Azure AD oder Okta, MFA und Least‑Privilege‑Prinzip sind zentrale Bausteine. Dokumentation und Prozesse unterstützen DSGVO‑ und BSI‑Konformität.

Wann ist eine Cloud‑Migration sinnvoll und wie geht sie vor sich?

Eine Migration lohnt sich bei Bedarf an Skalierbarkeit, Agilität oder wenn Total Cost of Ownership günstiger ist. Vorgehen: Workload‑Assessment, Kostenanalyse, Auswahl zwischen Lift‑and‑Shift und Refactoring, Pilotprojekte und Nutzung von Tools wie AWS Migration Hub oder Azure Migrate. Hybride Architekturen sind oft ein sinnvoller Zwischenschritt.

Welche Hardware‑ und Infrastrukturentscheidungen sind entscheidend?

Entscheidend sind Anforderungen an Durchsatz, Latenz, Verfügbarkeit und Compliance. On‑Premise‑Server von Dell EMC oder HPE bieten Kontrolle und Performance; Cloud‑Instanzen auf AWS, Azure oder Google Cloud bieten Skalierung. Netzwerkgeräte (Cisco, Juniper, Ubiquiti), NAS/SAN‑Systeme (Synology, QNAP, NetApp), USV von APC und passende Klimatisierung sind Teil einer robusten Infrastruktur.

Wie sollten Unternehmen neue Lösungen testen und beschaffen?

Vor Beschaffung empfiehlt sich ein Proof‑of‑Concept mit klaren Messgrößen (Durchsatz, Latenz, Wiederherstellungszeit). Kriterien: Skalierbarkeit, Support, TCO, Interoperabilität und Exit‑Strategie. Referenzen, SLA‑Vergleich und Pilotprojekte helfen, Risiken zu minimieren. Schrittweise Implementierung statt Big‑Bang erleichtert Rollout und Rollback.

Welche Weiterbildung und Zertifizierungen sind nützlich?

Herstellerzertifizierungen wie VMware, Microsoft, Cisco sowie Zertifikate für Cloud‑Anbieter (AWS, Azure) sind wertvoll. Schulungen zu Kubernetes, Security‑Tools und Automatisierung (Ansible, Terraform) sowie interne Workshops und Pairing mit erfahrenen Mitarbeitern sichern Wissenstransfer und Onboarding.

Wie arbeiten Fachinformatiker mit externen Dienstleistern zusammen?

Externe Managed Service Provider unterstützen bei 24/7‑Support, Backup‑Betrieb oder Cloud‑Migration. Verträge regeln SLAs, Verantwortlichkeiten und Zugriffskonzepte. Eine klare Integration in Change‑ und Incident‑Management sowie gemeinsame Runbooks und Kommunikationswege sind Voraussetzung für effektive Zusammenarbeit.

Welche Monitoring‑ und Observability‑Strategien sind empfehlenswert?

Kombination aus Infrastruktur‑Monitoring (Prometheus, Zabbix), Visualisierung (Grafana), zentralem Logging (ELK, Graylog) und Application‑Performance‑Monitoring sorgt für Überblick. Alerts, SLOs und regelmäßige Review‑Meetings helfen, MTTR zu senken und Stabilität zu erhöhen.
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